Pekings Kampagne zur Unterdrückung von Falun Gong in den Vereinigten Staaten

Eine Umfrage unter 1.080 Falun-Gong1-Praktizierenden in 41 US-Bundesstaaten hat über 600 Fälle transnationaler Repression gegen die Gemeinschaft seit 2020 dokumentiert.
Der am 30. Juni 2026 vom Falun Dafa Information Center (FDIC) veröffentlichte Bericht – Americans Targeted by Beijing – kommt zu dem Ergebnis, dass die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) auf US-amerikanischem Boden eine gezielte und eskalierende Kampagne führt, um Falun Gong zum Schweigen zu bringen. Diese Kampagne wird von den höchsten Ebenen des Regimes gesteuert und hat weitreichende Auswirkungen auf Menschenrechte und die nationale Sicherheit.
Seit über zwei Jahrzehnten gehören Falun-Gong-Praktizierende im Ausland zu den Hauptzielen dessen, was Freedom House 2021 als „raffinierteste, globalste und umfassendste Kampagne transnationaler Repression weltweit“ bezeichnete. Die Umfrageergebnisse zeigen jedoch einen deutlichen Anstieg der Repression nach einer Direktive aus dem Jahr 2022, in der KPCh-Chef Xi Jinping persönlich die chinesischen Sicherheitsbehörden anwies, die globale Kampagne gegen Falun Gong zu intensivieren. Durchgesickerte Anweisungen des Regimes zeigen einen besonderen Fokus auf die Vereinigten Staaten und auf Shen Yun Performing Arts, eine klassische chinesische Tanzkompanie, die von Falun-Gong-Praktizierenden gegründet wurde und weltweit bekannt ist.
Fast die Hälfte aller Befragten (48 %) gab an, seit 2022 Opfer transnationaler Repression geworden zu sein. Die gemeldeten Vorfälle haben sich zwischen 2020 und 2025 mehr als verzehnfacht: von 16 auf 172 Fälle pro Jahr. Zu den gemeldeten Taktiken gehören körperliche Angriffe, Belästigung, Sachbeschädigung, gewaltsame Drohungen, Überwachung, Zensur und Repressalien gegen Verwandte in China. Viele dieser Vorfälle waren zuvor nicht dokumentiert.
„Was diese Umfrage dokumentiert, ist ein von oben gesteuertes Drehbuch – Peking setzt jedes verfügbare Mittel ein, um Falun Gong und Shen Yun auf amerikanischem Boden zu eliminieren“, sagt Levi Browde, Geschäftsführer des Falun Dafa Information Center. „Jeder Amerikaner, dem Bürgerrechte und Religionsfreiheit am Herzen liegen, sollte alarmiert sein, dass eine ausländische Regierung einen Apparat aufgebaut hat, um US-Bürger und Einwohner in unseren Redaktionen, Theatern, Stadtplätzen und auf Social-Media-Plattformen zu überwachen, zu belästigen und zum Schweigen zu bringen. Die Vereinigten Staaten müssen jetzt handeln – bevor die Liste der Ziele weiter wächst.“
Verzerrte Narrative – verstärkt durch irreführende Medienberichte und koordinierte Online-Desinformation – haben messbare Auswirkungen auf das Leben der Praktizierenden. Eine überwältigende Mehrheit der Befragten (90 %) bemerkte seit 2022 einen Anstieg negativer Berichterstattung und von Kommentaren in sozialen Medien über Falun Gong. 64 % gaben an, dass dieses Klima sie persönlich betroffen habe: Sie berichteten von emotionaler Belastung, belasteten Familienbeziehungen, verbaler Belästigung oder Diskriminierung am Arbeitsplatz, in der Schule oder
in der Gemeinschaft.
„Besonders unter den Chinesen in unserer Gemeinschaft herrscht das Gefühl: ‚Moment mal. Ich bin aus China weggegangen, und jetzt passiert hier in Amerika dasselbe? Das verstehe ich nicht‘“, sagte eine amerikanische Highschool-Lehrerin aus New York. „Es gibt Verwunderung und Unglauben.“
Der Bericht basiert auf einer Online-Umfrage unter 1.080 Falun-Gong-Praktizierenden in 41 Bundesstaaten, die zwischen September 2025 und März 2026 durchgeführt wurde. Die Umfrage wurde auf Englisch und Chinesisch über lokale Falun-Dafa-Vereinigungen verteilt und nutzte Anonymisierung sowie strenge Qualitätskontrollen, um Glaubwürdigkeit und Genauigkeit zu gewährleisten. Die vollständige Methodik und die Umfrage -Fragen sind im Bericht enthalten.
Wichtige Ergebnisse des Berichts:
• Die amerikanische Falun-Gong-Gemeinschaft ist landesweit verbreitet, vielfältig und hochqualifiziert. Die Befragten kommen aus 41 Bundesstaaten und Washington, D.C., wobei die Mehrheit (60 %) US-Staatsbürger sind. Mehr als 70 % haben einen Bachelor-Abschluss oder höher. Während die Mehrheit ethnischer chinesischer Herkunft ist, sind fast 12 % kaukasisch, afroamerikanisch, lateinamerikanischer oder anderer Herkunft.
• Die transnationale Repression eskaliert im Anschluss an Xi Jinpings Direktive von 2022. Die Befragten berichteten von 646 Vorfällen transnationaler Repression seit 2020, wobei die gemeldeten Fälle sich zwischen 2020 und 2025 mehr als verzehnfacht haben. Fast die Hälfte aller Befragten (48 %) war von mindestens einem solchen Vorfall betroffen. Amerikaner in mindestens 30 Bundesstaaten waren betroffen, darunter jeweils mindestens 10 Vorfälle in Kalifornien, New York, Texas, Florida, Illinois, Washington, Pennsylvania und Washington, D.C.
• Shen Yun Performing Arts ist zu einem Hauptziel geworden. Die Befragten berichteten von 146 Fällen von Sachbeschädigung, gewaltsamen Drohungen, Belästigung und Zensur im Zusammenhang mit ihrer Beteiligung und ehrenamtlichen Arbeit für Shen-Yun-Aufführungen. Zudem gaben 53 Befragte an, Shen-Yun-Künstler oder -Mitarbeiter zu sein, und beschrieben ein eskalierendes Umfeld von Repression und Desinformation, einschließlich der Belastung durch gewaltsame Drohungen.
• Chinesische Beamte waren in 138 Fällen direkt beteiligt. Behörden der Volksrepublik China – darunter das Ministerium für Öffentliche Sicherheit, das Ministerium für Staatssicherheit und das Außenministerium – waren in 138 der gemeldeten Vorfälle direkt involviert. Bekannte KPCh-Stellvertreter in den USA beteiligten sich ebenfalls an Belästigungen, Rufmordkampagnen und Angriffen.
• Amerikanische Institutionen setzen unwissentlich Pekings Agenda um. Die Propaganda und Desinformation der KPCh dringt zunehmend in die amerikanische Gesellschaft ein und täuscht US-Institutionen und Meinungsführer, sodass diese deren Narrative übernehmen und Falun-Gong-Praktizierende aus dem öffentlichen Leben ausschließen. Die Befragten berichteten von 92 Fällen, in denen sie von US-amerikanischen Einrichtungen von Paraden, Gemeindeveranstaltungen oder nationalen Konferenzen ausgeschlossen wurden, weil sie Falun-Gong-Praktizierende sind.
„Seit Beginn der Verfolgung 1999 konnte ich nicht mehr sicher nach China zurückkehren“, berichtete eine US-Staatsbürgerin chinesischer Herkunft, die heute in New York lebt. „Als meine Großmutter, die mich großgezogen hat, im Sterben lag, konnte ich nicht nach Hause fahren. Ich konnte ihre Hand nicht halten. Ich konnte mich nicht verabschieden. Ich konnte nicht zu ihrer Beerdigung gehen. So sieht Verfolgung im echten Leben aus. Sie trennt Familien. Sie zwingt Menschen zu unmöglichen Entscheidungen zwischen Liebe und Sicherheit.“
Die Umfrage hat auch erhebliche Lücken im Bewusstsein und in der Durchsetzung amerikanischer Behörden aufgezeigt. Viele der von den Befragten genannten Fälle blieben ungeahndet – aufgrund der Anonymität der Täter, fehlender Anzeigen durch Opfer, unzureichender Maßnahmen der Strafverfolgungsbehörden oder ungenügender Gesetze zum Schutz von Amerikanern vor einem ausländischen Regime, das ihre Rechte untergräbt und amerikanische Institutionen vereinnahmt. Der Bericht enthält konkrete Empfehlungen an die US-Regierung und die amerikanische Zivilgesellschaft, wie der transnationalen Repression der KPCh entgegengewirkt und die Abwehrkraft gestärkt werden kann.
1Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und hat sich rasant verbreitet. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Falun-Dafa-Praktizierenden.








