Friedlicher Widerstand
Früher konnte man in China kaum auf die Straße gehen, ohne etwas von Falun Gong zu hören. Praktizierende füllten die Parks des Landes bei Tagesanbruch für ihre Tai-Chi-ähnlichen Übungen. Ihre Schriften, regelmäßig Bestseller, füllten die Regale der Wangfujing-Buchhandlungen. Im Sommer 1999 protestierten unzählige Falun-Dafa-Praktizierende auf den Straßen der chinesischen Hauptstadt gegen das rechtswidrige Verbot von Falun Dafa. Dieses Verbot sollte sich bald zu dem entwickeln, was führende Menschenrechtsanwälte als „Völkermord“ bezeichnen.
Während Falun Gong in den 1990er Jahren im Focus der chinesischen Öffentlichkeit stand, war es zu Beginn des neuen Jahrhunderts auch im Westen der Fall: 1999 und 2000 waren Berichte über mutige Falun-Gong-Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens und oft auch über deren tragische Folgen Teil der täglichen Nachrichten in der westlichen Presse. Fast jeder eifrige Nachrichtenleser konnte von sich behaupten, mit der Gruppe und ihrem Verbot zumindest ansatzweise vertraut zu sein.
Doch seitdem ist Falun Gong, wie in einem Essay von Leeshai Lemish beschrieben, weitgehend vom Radar der Medien, wenn nicht sogar aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verschwunden. Und in der Tat sind die Tage vorbei, an denen sich Tausende zum Protest vor dem symbolischen Herzen des chinesischen Staates versammelten; die charakteristischen gelben Spruchbänder, die Protestrufe und die offen zur Schau gestellte Polizeigewalt als Reaktion darauf sind in den letzten Jahren weitgehend ausgeblieben.
Wohin ist Falun Gong denn verschwunden, wenn es denn überhaupt verschwunden ist? Und was ist aus ihm geworden? Hat der größte kommunistische Staat der Welt – ein Goliath gegen einen David – seine vorgeschlagene „Lösung“ für das „Falun-Gong-Problem“, d. h. seine „Ausrottung“, zurückgezogen? Viele haben das Ausbleiben öffentlicher Proteste als eine stillschweigende Zustimmung interpretiert. Allerdings könnte kaum etwas weiter von der Wahrheit entfernt sein.
Die Kraft oder Inspiration, die hinter den früheren Protesten von Falun Dafa stand, sind nicht erloschen und noch viel weniger ist ihre Anhängerschaft geringer geworden. Ganz im Gegenteil, sie ist sogar gewachsen, gereift und hat sich weiterentwickelt. Mit einer aus spiritueller Überzeugung geborenen Beharrlichkeit hat die Gruppe über zwanzig Jahre Gewalt überstanden und ist heute ein Katalysator für Veränderungen in China in einem Ausmaß, das sich nur wenige hätten vorstellen können. Gegenwärtig führt sie eine Menschenrechtskampagne durch, die von Telefonanrufen bis zu Flyern, von öffentlichen Enthüllungen bis zu Kabelverlegungen, von Untergrunddruckereien bis zur Kunst reicht. Und täglich hört man zahlreiche Stimmen von Nicht-Falun-Dafa-Praktizierenden, die der repressiven Herrschaft überdrüssig sind und Veränderungen fordern.
So wenig dies im Westen auch bekannt sein mag, so handelt es sich doch wahrscheinlich um die größte Basisbewegung in der Geschichte Chinas – wenn nicht sogar der Welt. In der chinesischen Geschichte hat es noch nie eine derartige Bewegung gegeben, die Gewaltlosigkeit, Hightech und religiöse Überzeugung miteinander vereint.
Diese Geschichte wird, wenn sie einmal abgeschlossen ist, in China wahrscheinlich noch über Generationen hinweg erzählt werden.
Zwang und Krise

Ende 2001 geriet Falun Gong in China in den Fokus einer maoistisch geprägten Kampagne zur „Ausrottung“ der Meditationsgruppe. Für viele waren die dunkelsten Tage der kommunistischen Herrschaft zurückgekehrt.
In diesem Jahr sanktionierten Chinas Führer laut der Washington Post offiziell „die systematische Anwendung von Gewalt gegen die Gruppe“, kombiniert mit „einem Netzwerk von Gehirnwäsche-Einrichtungen“ und einer Kampagne, um „Anhänger nach Stadtteilen und Arbeitsplätzen auszusortieren“. … Kein Falun-Gong-Praktizierender sollte verschont bleiben.
Die Washington Post berichtete von dem 35-jährigen Elektroingenieur James Ouyang und anderen Praktizierenden, die wie er „geschlagen, mit elektrischen Schlagstöcken drangsaliert und gezwungen wurden, unerträglichem körperlichen Druck standzuhalten“. Ein Parteifunktionär, der das Regime bei der Unterdrückung beraten hatte, erklärte: „Die gesamte Härte, die Ressourcen und die Überzeugungskraft des kommunistischen Systems werden genutzt – und zeigen Wirkung.“
Und so schien es auch. Ouyang hatte, wie die Washington Post berichtete, zum Zeitpunkt seiner Entlassung aus dem Arbeitslager die Lehre von Falun Gong verleugnet und die Praxis abgelehnt. Er hatte sich den Reihen der „Umerzogenen“ angeschlossen, wie Parteifunktionäre sie nennen. Statistisch gesehen bedeutete sein Abbruch des Praktizierens, dass es einen Falun-Gong-Schüler weniger gab.
Aber war es wirklich das, was Ouyang wollte? War es ein Ausdruck seines eigenen Willens, seiner freien Wahl oder einer eigenen Erkenntnis? Wohl kaum.
Die Geschichte der Washington Post erzählt in herzzerreißenden Details, wie Ouyang im Laufe von zehn Tagen Folter auf ein „gehorsames Etwas“ reduziert wurde. Er wurde entkleidet und fünf Stunden lang verhört. Jedes Mal, wenn er nicht „richtig“ antwortete (d.h. mit einem „Ja“), wurde er mit elektrischen Schlagstöcken malträtiert. Er musste lange Zeit mit dem Gesicht zur Wand stillstehen. Bei der kleinsten Bewegung wurde er geschockt; auch als er vor Müdigkeit zusammenbrach. Weil er die ganze Zeit auf die Wand in drei Zentimetern Entfernung von seinem Gesicht starren musste, konnte Ouyang am sechsten Tag nicht mehr klar sehen. Dann wurde er erneut geschockt und ging in die Knie. Daraufhin gab er schließlich den Forderungen der Wärter nach.
In den darauffolgenden drei Tagen verurteilte er die Lehre von Falun Gong. Dennoch schockten ihn die Beamten weiter mit Elektroschocks, was dazu führte, dass er sich immer wieder in die Hosen machte. Erst am zehnten Tag wurde seine Verleumdung von Falun Dafa von den Behörden als „ausreichend aufrichtig“ eingestuft. Anschließend brachten sie ihn in eine Gehirnwäsche-Einrichtung, wo Ouyang nach 20 Tagen mit 16-stündigen Gehirnwäsche-Sitzungen und einer formellen, auf Video aufgezeichneten Diffamierung von Falun Gong schließlich „den Abschluss machte“.
„Umerziehungs“-Fälle wie der von Ouyang werden von Parteifunktionären schnell als Erfolgsmodelle hochgehalten. Daher die Videoaufzeichnung. Für die große Welt außerhalb des Arbeitslagers oder für diejenigen, die sich in Pekings zentralem Führungslager verstecken, sah es tatsächlich so aus, als ob der Parteienstaat „Siege“ gegen Falun Gong erzielen würde.
Doch den Zuschauern war – und ist es oft immer noch – nicht bewusst, wie zerbrechlich solche „Erfolge“ sind, denn sie denken nicht daran, dass sie erzwungen sind. Sie beruhen auf der Macht des Regimes, Druck auszuüben. Sie verlangen von den Menschen Aussagen, an die sie nicht glauben und tun dies oft mit unglaublicher Grausamkeit. Der „umerzogene“ Mensch ist, sobald er wieder zurück in der normalen Welt ist, immer eine Belastung für den Staat. Das Regime muss dafür sorgen, dass sich der Praktizierende ständig bedroht fühlt, er muss an den Schmerz und die Brutalität erinnert werden, denen er einst ausgesetzt war. Er muss isoliert werden, damit die Interaktion mit anderen, „nicht umerzogenen“ Praktizierenden, die ursprüngliche Verbindung zu dieser Praxis nicht wieder aufleben lässt. Und man muss ihm den Zugang zu den Schriften der Praxis verwehren oder ihm sogar (nicht staatlich kontrollierte) Informationen darüber vorenthalten, was den Praktizierenden angetan wird. Wird keine dieser Zwangsmaßnahmen ergriffen, kann die „Umerziehung“ durchaus wieder nachlassen.
Das ist natürlich ein schwieriges Unterfangen für eine Regierung, die es sich nicht leisten kann, Hunderten von Millionen von Bürgern, die unter bitterer Armut leiden, eine Grundbildung oder eine Gesundheitsversorgung zu bieten, oder die innerhalb eines Jahres rund 87.000 Unruhen und „Massenereignisse“ erlebt hat. Verfügt sie wirklich über die Ressourcen oder den Status, um eine solche Taktik für immer durchzuziehen? Wie ein Korrespondent der New York Times 1999 fragte: „Ist es schon so weit gekommen, dass die Kommunistische Partei Chinas Angst vor Rentnern in Tennisschuhen hat, die einem spirituellen Meister in Queens (Queens, Stadtteil in New York) folgen?“
Es scheint auch nicht so, als hätten Chinas Machthaber die langfristigen Folgen der Kampagne bedacht. Was bedeutet es für das größte politische Regime der Welt, eine Gruppe von Meditierenden, die ein tugendhaftes Leben führen möchten, zu ächten und zu versuchen, sie „auszurotten“? Die Nachrichtenagentur Xinhua, das offizielle Sprachrohr der Kommunistischen Partei Chinas, bestätigte nur eine Woche nach Beginn der Kampagne in einem unfreiwillig offenen Kommentar, womit die Partei es zu tun hatte. Xinhua erklärte: „In der Tat haben die von [Falun-Dafa-Lehrer] Li Hongzhi gepredigten sogenannten Prinzipien ‘Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht’ nichts mit dem sozialistischen ethischen und kulturellen Fortschritt gemein, den wir anstreben.“
Andere, wie der China-Analyst Willy Lam, sahen bald die tödlichen Früchte, die die Partei erntete. Im selben Jahr, in dem Ouyangs Leidensweg begann (2001), erklärte Lam, dass „China am Rande einer Chengxin-Krise steht, die nicht nur das moralische Gefüge des Landes zu zerreißen droht, sondern auch wirtschaftliche und politische Reformen zum Scheitern bringt.“ Chengxin, so erklärt Lam an anderer Stelle seines Aufsatzes, ist der chinesische Begriff für „Ehrlichkeit“ und „Vertrauenswürdigkeit“.
Heute hat die Chengxin-Krise neue Ausmaße angenommen, wie die inzwischen täglichen Enthüllungen über verdorbene Waren aus China zeigen. Nur wenige bringen die vergiftete Zahnpasta mit der Notlage von Falun Gong in Verbindung, aber die Verbindung scheint nicht weit hergeholt zu sein. Wenn man 100 Millionen der besten Bürger seines Landes aus dem Spiel nimmt und jeden, der versucht, ähnlich wie sie zu leben, in Angst und Schrecken versetzt, dann hat man ein Rezept für eine Katastrophe. Oder für vergifteten Hustensaft, wenn Sie so wollen.
Rückkehr

Viele Menschen wie Ouyang haben Falun Gong nie wirklich verabscheut. Die Diffamierungen wurden der Mehrheit der „umerzogenen“ Praktizierenden im wahrsten Sinne des Wortes mit Folter und Drohungen abgerungen. Was sie jedoch zu verabscheuen lernten, war der Parteienstaat. Ouyang sagte der Washington Post später einmal: „Wenn ich jetzt einen Polizisten und diese elektrischen Knüppel sehe, wird mir schlecht und ich könnte mich übergeben.“ Die Bekenntnisse zur Loyalität gegenüber der Partei, die in den Eingeweiden der chinesischen Arbeitslager abgelegt wurden, entsprachen also nicht ganz dem revolutionären Eifer.
Stattdessen haben sie, wie Zeugen aus China berichten, eine tiefe Abneigung gegen die Unterdrücker hervorgerufen… und das Hinterfragen. Wie der Titel eines Aufsatzes eines Falun-Gong-Praktizierenden es einmal ausdrückte: „Zwang kann die Herzen der Menschen nicht verändern“. Falun Gong hatte so vielen Menschen so viel gegeben – vitale Gesundheit, einen Sinn im Leben, geheilte Beziehungen und einen ansteckenden Optimismus. Der Verzicht auf die Praxis bedeutete für viele eine Rückkehr in einen Zustand der Zerrissenheit.
Es dauerte also nicht lange, bis öffentliche Erklärungen auftauchten, die die erzwungene Ablehnung von Falun Dafa aufhoben. Unter dem Titel „feierliche Erklärungen“ erschienen die Erklärungen massenhaft auf der Hauptwebsite von Falun Gong, auf Minghui.org. Hunderte von Praktizierenden schrieben jeden Tag solche Erklärungen. Tong Shixun, der von den Behörden in einem Arbeitslager in der Provinz Shandong misshandelt wurde, schrieb im September 2001, dass er „feierlich alles für null und nichtig erklären möchte, was ich gesagt und geschrieben habe, als ich aufgrund der intensiven Verfolgung nicht bei klarem Verstand war“. Wie viele andere war seine Erklärung von dem Gelübde begleitet, der Verfolgung zu widerstehen. „Ich bin fest entschlossen, meine Praxis fortzuführen und werde diese Gelegenheit nutzen, um das Böse, das stattfindet, aufzudecken“, schrieb Tong. „Ich werde meine Anstrengungen verdoppeln, um über die Wahrheit aufzuklären und meine Fehler zu berichtigen.“
Über 445 Millionen Chinesen haben eine Petition zum Austritt aus der KPCh und den ihr angeschlossenen Organisationen unterzeichnet.
Heute sind bereits 445.000.000 Erklärungen auf der Website eingegangen. Diese Zahl gibt einen Eindruck von den massiven Veränderungen, die derzeit stattfinden. Bedenken Sie, was hinter jeder einzelnen Erklärung steckt. Zunächst muss der Einzelne bereit sein, eine öffentliche Erklärung abzugeben. Allein dieser Akt kann schon dazu führen, dass man wieder im Arbeitslager bzw. im Gefängnis landet, und das ist auch schon geschehen. Darüber hinaus erfordert allein der Zugang zur Minghui-Website – und die Kenntnis der Möglichkeit einer Erklärung – den Zugriff auf hochentwickelte Software, so streng ist Chinas Internetzensur. Schließlich ist auch die Übermittlung der eigenen Erklärung an die Website selbst eine Herausforderung, da zahlreiche Internetfilter und Überwachungen jegliche Kommunikation über Falun Gong verhindern sollen.
Berichte sogar aus abgelegenen, ländlichen Orten, die die Minghui-Redaktion und das Falun-Dafa-Informationszentrum erreichten, bestätigen diesen Eindruck. Viele berichten, dass die überwiegende Mehrheit der Praktizierenden, die vor dem Verbot von 1999 in ihrem Ort praktiziert haben, zu Falun Gong zurückgekehrt sind, oft mit einem stärkeren Engagement dafür.
In einigen Fällen ist die Wiederaufnahme von Falun Gong nicht so sehr eine Frage der Rückkehr, sondern des Anfangs. Dies war der Fall bei der 32-jährigen Zhang Xueling aus der Provinz Shandong. Wie das Wall Street Journal berichtete, nahm Zhang die Kultivierung nach einer zufälligen Begegnung im Gefängnis auf. Zhang war inhaftiert worden, weil sie den Tod ihrer Mutter Chen Zixiu (58) aufklären wollte, die wegen ihres Glaubens von der chinesischen Polizei ermordet worden war. Im Gefängnis traf Zhang auf mehrere Gewissensgefangene, die Falun-Gong-Praktizierende waren. Sie stellte fest, dass sie die einzigen Menschen im Gefängnis waren, die freundlich zu ihr waren. Diese Erfahrung hatte sie berührt, so dass sie nach ihrer Freilassung selbst begann, Falun Gong zu praktizieren.
„Früher war ich Materialist und glaubte, dass man alles im Leben durch harte Arbeit erreichen kann“, sagte Zhang dem Journal. „Aber Falun Dafa macht mehr Sinn. Es beruht auf drei Prinzipien: Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht. Wenn wir uns daran halten, bekommt das Leben dann nicht einen tieferen Sinn?“
Quellen in China weisen jedoch darauf hin, dass viele bis heute an ihrem Glauben festhalten und sich allen Versuchen einer „Umerziehung“ durch die Partei widersetzen. Einige sind einfach unberührt geblieben. Viele haben den Sturm überstanden. Andere, wie im Fall von Gao Rongrong, einer 37-jährigen Buchhalterin in der Stadt Shenyang, haben den höchsten Preis bezahlt. Gao wurde auf grausamste Weise zu Tode gefoltert, weil sie sich weigerte, Falun Dafa abzuschwören. Bis heute sind mehr als 5.000 Falun-Dafa-Praktizierende nachweislich durch die Verfolgung getötet worden.
Überzeugung

So wie sich Falun Dafa für Außenstehende unbemerkt verbreitete, so ist auch seine Widerstandskraft gewachsen. Gandhi verkündete einst: „Eine kleine Gruppe entschlossener Geister, angetrieben von einem unerschütterlichen Glauben an ihre Mission, kann den Lauf der Geschichte verändern.“ Und erst recht eine, die Millionen von Menschen stark und ausgeglichen gemacht hat und die noch wächst.
Die erste Ebene der Überzeugung ist die unmittelbarere von beiden. Seit dem schicksalhaften Tag im Juli 1999, als ihr Glaube verboten wurde, betrachten die Falun-Dafa-Praktizierenden ihre Lage als eklatante Ungerechtigkeit. Das Verbot und die anschließende Eskalation bis hin zu Gewalt und Tötung verstießen nämlich in mehrfacher Hinsicht gegen die chinesische Verfassung sowie gegen mehrere von China unterzeichnete internationale Abkommen. Die Religionsfreiheit ist in China zumindest auf dem Papier gewährleistet. Erst im Oktober 1999 erließ der chinesische Gesetzgeber Gesetze, welche die Unterdrückung der Gruppe legitimierten – ganz zu schweigen davon, dass sie rückwirkend angewendet wurden.
Die Gruppe hatte mit ihren stillen, friedlichen Treffen in Chinas Parks gegen kein Gesetz verstoßen. Auch nicht mit ihrer Massenversammlung zur Einreichung einer Petition an das zentrale Petitionsbüro in der Nähe von Zhongnanhai, dem zentralen Regierungsgebäude, im April 1999. Tatsächlich waren es die Behörden von Tianjin, die die Praktizierenden an das zentrale Petitionsbüro in Peking verwiesen hatten, nachdem Praktizierende von der Polizei der Stadt Tianjin körperlich angegriffen worden waren.
Dies war eine tiefe Überzeugung, die auf spiritueller Ebene entstanden war. Vielen wurde schnell klar, dass sich die Verfolgung nicht so sehr gegen das richtete, was sie taten, sondern vielmehr gegen das, woran sie glaubten – gegen das, was sie waren. Es stand etwas ganz anderes auf dem Spiel. Es ging nicht so sehr um den Verlust von Rechten, sondern um den Verlust des Selbst oder des Gewissens.
Der Praktizierende Zhao Ming aus China hat dieses Gefühl mit den Worten beschrieben: „Meine persönliche Erfahrung zeigt, dass die Verfolgung von Falun Gong völlig auf unseren Glauben abzielt.“ Zhao wurde in einem Arbeitslager in Peking gefoltert, wo er zwei Jahre lang festgehalten wurde.“[Es] ist die totale Verfolgung unseres spirituellen Glaubens. Wir haben nichts Illegales getan … Folter wird eingesetzt, um Menschen in maschinenähnliche Marionetten ohne Gewissen zu ‘verwandeln’, die als Instrumente eingesetzt werden können, um anderen zu schaden.“ Wenn die gesamte Grundlage von Falun Dafa tatsächlich darin besteht, moralisch herausragende und gesunde Menschen zu werden, fragt man sich, in was genau Chinas Machthaber sie stattdessen „verwandeln“ wollen.
Aber Gehirnwäsche lässt sich in diesem Fall natürlich nicht so einfach durchführen. Für so viele Falun-Dafa-Praktizierende erwies sich die Praxis als Quelle der Inspiration und Güte. Für einige war sie eine Quelle für mehr Gesundheit und Vitalität. Für andere war es eine Philosophie mit tiefer Resonanz, eine neue Linse, durch die man das Leben sehen und steuern konnte, die zugleich ermächtigend und veredelnd war. Sie gab auch dem Leiden einen Sinn, ähnlich wie im buddhistischen Glauben. Die meisten sahen es als spirituellen Wert an. Mit dem Beginn der Verfolgung ergaben sich zwei Dinge.
Erstens war es nicht etwas, das die Menschen über Nacht aufgeben wollten. Und zweitens waren sie bereit, für ihren Glauben zu leiden. Die Verfolgung war nicht nur ein Affront gegen politisch gewährte Rechte: Sie war eine Form der Gewalt gegen die Menschheit oder sogar gegen den Kosmos. Der Prozess der Selbstkultivierung, wie die Praktizierenden ihn nennen, ist ein Weg, auf dem man selbstlos die anderen an die erste Stelle setzt, wenn nötig auch auf Kosten des eigenen Wohlergehens. Mit einem Wort, die Partei hat sich etwas vorgenommen, das größer ist als sie selbst.
Aber der Glaube hat unter Chinas Falun-Dafa-Praktizierenden inzwischen auch eine zweite Ebene erreicht, die mehr nach außen gerichtet ist. Diese Anschauung entsteht aus einem Gefühl der Barmherzigkeit, aus äußerer Anteilnahme, die durch die Praxis genährt wird. Erinnern wir uns daran, dass der Prozess der Selbstkultivierung ein Weg ist, auf dem man andere an die erste Stelle setzt und wenn es sein muss, sogar auf Kosten des eigenen Wohlergehens. In diesem Fall sind es jedoch nicht so sehr die Falun-Dafa-Praktizierenden um die sich der einzelne Praktizierende sorgt (obwohl das sicherlich auch der Fall ist), sondern der Mitbürger. Auch Nicht-Praktizierende sind in die Tortur verwickelt und werden ebenso Opfer der Partei. Und zwar insofern, als dass der Einzelne durch den Kreuzzug der Partei gegen Falun Gong angestachelt wird, Falun Dafa zu hassen.
Wenn Falun-Dafa-Praktizierende davon sprechen, dass solche Personen durch die Propaganda der Partei „vergiftet“ wurden, meinen sie damit eine Form der Schädigung und Verunreinigung der Seele. Und da Falun Dafa lehrt, den Nächsten wie sich selbst zu lieben, gibt es kaum einen Praktizierenden, der diesen Menschen nicht seine helfende Hand reichen würde. Ein Praktizierender verglich es einmal mit der Hilfe für ein krankes Kind, das bei einer Infektion gefährdet ist, dies aber selbst nicht merkt. Ich habe eine Reihe von Personen gesehen, die mit Tränen in den Augen von solchen Menschen als den „anderen Opfern“ sprachen. Die Geschichte unterstützt hier die Sichtweise von Falun Dafa, denn wie sonst könnte man z. B. die Jugendlichen im damaligen Deutschland betrachten, die durch tägliche antisemitische Hetzreden mit der Zeit lernten, die Juden zu hassen und sich an deren „Beseitigung“ beteiligten?
Von einfachen Transparenten zu breiter Vielfalt

Aus dieser Überzeugung ist eine unglaubliche Geschichte von unwahrscheinlichen und ungesungenen Taten enormen Mutes entstanden. Und Taten von welchen wir es am wenigsten erwarten würden – die Älteren, die Jungen, die Gebrochenen -, die eine Kraft für den Wandel in China sind. Was als einfacher Aufruf nach einer Atempause begann, hat sich zu einem massiven Einsatz für die Rechte entwickelt, an dem eine erstaunliche Vielzahl von Personen und Mitteln beteiligt ist. Nur wenige im Westen haben ein Gespür für die Geschichte, die sich hier anbahnt.
Anfangs beruhten die Bemühungen der Falun-Dafa-Praktizierenden auf dem vielleicht manchmal naiven Glauben, dass die Verfolgung tatsächlich ein kolossales Missverständnis sei. Das heißt, dass die Führung der Kommunistischen Partei irgendwie einen Fehler gemacht hatte; sie verstand wohl nicht, worum es bei Falun Dafa wirklich ging. Wie sonst hätte es dazu kommen können, fragen sich viele, obwohl die Gruppe, die keine politischen Ambitionen hat, nur danach strebt, die besten Bürger und Nachbarn zu sein?
So gingen sie in die Hauptstadt Peking und in andere Provinzzentren, um bei den Behörden Petitionen einzureichen. Seit den Anfängen des chinesischen Kaiserreichs gibt es ein System, mit dem die Bürger „Petitionen“ an den Herrscher richten können, um Missstände zu melden und Abhilfe zu schaffen. Wie Human Rights Watch berichtete, wurden in einem der letzten Jahre bis zu 10 Millionen Petitionen eingereicht, und zu jeder Zeit könnten etwa 10.000 solcher Bittsteller die Straßen Pekings bevölkern.
Als das Verbot von Falun Gong am 22. Juli 1999 verkündet wurde, war dies natürlich nur der erste Schritt. Tatsächlich schien nur wenige Monate zuvor, am 25. April, eine glückliche Lösung herbeigeführt worden zu sein, als mehrere tausend Falun-Dafa-Praktizierende eine Petition an die Zentralregierung richteten; der damalige Premierminister Zhu Rongji hatte sich persönlich mit Vertretern der Gruppe getroffen und Zusicherungen gegeben.
Was die Praktizierenden jedoch kaum ahnen konnten, war, dass diese Apelle nichts nutzen würden. Abertausende wurden verhaftet, weil sie versuchten, eine Petition einzureichen, obwohl dies ihr staatlich verbrieftes Recht ist. Innerhalb kürzester Zeit wurde bekannt, dass alle Petitionsbüros den Befehl hatten, jeden Falun-Dafa-Praktizierenden, der durch die Tür kam, zu verhaften. Jiang Zemin, der die Unterdrückung angeordnet hatte, soll Fässer mit Briefen verbrannt haben, die ihm von bedrängten Falun-Dafa-Praktizierenden geschickt wurden.
Schon bald kam es immer häufiger zu Taten zunehmender Gewalt. Zeugen berichteten vom Verprügeln in der Öffentlichkeit. Todesfälle kamen ans Licht. Und die Nachrichtenmedien hatten offensichtlich nur eine Agenda – eine, die von der Partei vorgegeben wurde. Am Ende des ersten Monats der Kampagne hatte die People’s Daily, das Sprachrohr der Partei, sage und schreibe 347 Artikel veröffentlicht, in denen Falun Gong verleumdet wurde. Im staatlichen Fernsehen wurden rund um die Uhr Propagandasendungen ausgestrahlt, in denen Falun Gong als Bedrohung für die Gesellschaft gebrandmarkt wurde. Und nur sieben Tage nach Beginn der Kampagne brüsteten sich die Behörden damit, mehr als 2 Millionen „illegale“ Falun-Gong-Bücher beschlagnahmt zu haben; in einigen Städten fanden sogar vom Büro für öffentliche Sicherheit organisierte Bücherverbrennungen statt.
Jetzt hatten die Falun-Dafa-Praktizierenden nicht nur eine Gruppe von dickschädeligen Behörden gegen sich, sondern die gesamte Bevölkerung, die nun verwirrt war und welche sie über die wahren Umstände aufklären mussten. So trugen die Praktizierenden ihre Petitionen gleich an die Öffentlichkeit. Prominente symbolische Orte wie der Platz des Himmlischen Friedens wurden zum Schauplatz von Widerspruch. Bauern, Geschäftsleute, Krankenschwestern, Wissenschaftler und sogar kleine Kinder entrollten gelbe Transparente mit Botschaften, die vor allem der Aufklärung dienen sollten. Dort stand oft: „Falun Gong ist gut“ oder „Stellt den Namen Falun Dafa wieder her“.
Wie sich herausstellte, erwiesen sich die Parteibehörden bei diesen Aktionen nicht gerade als entgegenkommend. In der Regel trafen die Demonstranten auf die Fäuste und Füße der chinesischen Polizei, gefolgt von Verhören und Gefängnis oder drei Jahren in einem Arbeitslager. Der Tribut war hoch, und er war spürbar.
Mit dem Jahr 2002 kam es sozusagen zu einer Wachablösung, gefolgt von einer neuen Ära anspruchsvollerer und realistischerer, wenn nicht sogar zielstrebigerer Bemühungen. In jenem Jahr reiste eine Gruppe von 50 westlichen Falun-Dafa-Praktizierenden zum Platz des Himmlischen Friedens und verkündete, wieder mit einem gelben Banner, einfach „Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, Nachsicht“. Zu diesem Zeitpunkt reisten aus verschiedenen Gründen nur noch wenige chinesische Anhänger zum Platz des Himmlischen Friedens und noch weniger taten es danach. Es war der Beginn einer neuen Ära, in der der Platz des Himmlischen Friedens seltsamerweise nur noch eine untergeordnete Rolle spielen sollte. Jetzt würden sich die Bemühungen auf jede Stadt, jede Straße, jede Gasse und jedes Haus ausweiten.
Im März desselben Jahres gelang es Falun-Dafa-Praktizierenden der nordöstlichen Stadt Changchun, die Leitungen eines großen Kabelnetzwerkes anzuzapfen und das normale Fernseh-Programm durch ein Informationsvideo über Falun Dafa zu ersetzen. Das Programm lief auf acht verschiedenen Kanälen und dauerte ganze 45 Minuten. Für Tausende Stadtbewohner war es das erste Mal seit drei Jahren, dass sie Einblick in unabhängige Darstellungen dieser Praxis und ihre Notlage zu sehen bekamen. Allein der Versuch, sich online über Falun Gong zu informieren, hätte schon zu einer Gefängnisstrafe führen können. Die Regierung – sowohl auf lokaler als auch auf zentraler Ebene – war so erschüttert, dass sie in Changchun das Kriegsrecht anordnete und eine Fahndung einleitete. Die Befehle lauteten: „Schießen, um zu töten“ und „Sofort erschießen“, wenn jemand bei einem weiteren Abhörversuch überrascht wurde. Die an dem Vorfall Beteiligten wurden schließlich aufgespürt, gefoltert und getötet.
Bald gab es Berichte über ähnliche technische Meisterleistungen aus anderen Provinzen wie Sichuan und Liaoning mit ähnlichen Reaktionen der Partei. Die Einsätze auf beiden Seiten hatten sich exponentiell erhöht.
Um diese Zeit begannen auch die Untergrunddruckereien, die von den Beteiligten „Materialstellen“ genannt wurden, im ganzen Land wie Pilze aus dem Boden zu schießen. Sie waren eine direkte Antwort auf die Basismedien in einer Informationslandschaft, die vom Parteienstaat monopolisiert wurde. Die bescheidenen und grob eingerichteten Standorte befanden sich oft versteckt in einer Ecke des Hauses eines Falun-Dafa-Praktizierenden. In einfachster Form verfügten sie über einen Drucker, vielleicht auch über einen Kopierer und möglicherweise einen Computer. Hier stellten sie auf engstem Raum eine Reihe von selbst hergestellten Medien zusammen – in der Regel Flyer, Broschüren und VCDs.
Dann machten sich Gruppen von Praktizierenden und manchmal Einzelpersonen normalerweise im Schutz der Nacht auf den Weg zu einem bestimmten Ort, um die Informationsmaterialien zu verteilen. Im Morgengrauen konnte man Flugblätter sehen, die in Fahrradkörben lagen und an Stadtmauern angebracht waren; VCDs, die unter die Haustür geschoben wurden, oder Broschüren, die unter den Scheibenwischern oder vielleicht in einem Briefkasten steckten. Im März 2002 berichtete die Washington Post, dass Tausende von VCDs in Großstädten aufgetaucht waren. Unterdessen beschrieb eine Frau, die aus China geflohen war, Wang Yuzhi, in ihren Memoiren Chuanyue Shengsi (Crossing the Boundary of Life and Death- „Die Grenze von Leben und Tod überschreiten“), dass sie bereits Mitte 2001 innerhalb von drei Tagen mehrere hunderttausend Flugblätter gedruckt hatte, die dann andere in der Provinz Heilongjiang verteilten. Wie bei Wang, finanzierten alle Praktizierenden diese Materialien aus eigener Tasche.
Im Laufe der Zeit wurden die Materialstätten und die Verteilung immer solider. Mehrere Städte berichteten nun, dass auch Bürger die nicht Falun-Dafa-Praktizierende waren, diese Materialien druckten und verteilten.
In China werden heute immer noch Transparente zur Unterstützung von Falun Dafa aufgehängt. Nachdem auf dem Platz des Himmlischen Friedens alle Spruchbänder ihren Zweck erfüllt hatten, haben sie sich in den letzten Jahren vervielfacht und in einer kreativen Vielfalt an verschiedenen Orten und Räumen verbreitet. Jeden Morgen kann es passieren, dass man beim Aufwachen Spruchbänder sieht, die an Brücken, Balkons, Bäumen, Telefonmasten und sogar an den Wänden der örtlichen Polizeistation hängen.
Allerdings sind es nicht nur positive Slogans, die im Umlauf sind. Plakate, die Personen oder Organisationen entlarven, die für die Verfolgung verantwortlich sind, werden gezielt an den Orten angebracht wo die Misshandlungen stattfinden. Falun-Dafa-Praktizierende gehen oft durch ein bestimmtes Gebiet, nachdem sie von Rechtsverletzungen, zum Beispiel Folter durch einen bestimmten Polizisten oder Beamten, erfahren haben. Es geht dann darum, „vor Ort aufzudecken“, wie es heißt, und die Wirkung ist oft sofort spürbar. Ein misshandelnder Gefängniswärter wacht vielleicht eines Tages auf und sieht, dass an den Wänden seines Gebäudes Flugblätter hängen, auf denen seine Missetaten in der örtlichen Haftanstalt detailliert beschrieben werden; die Nachbarn haben das Flugblatt wahrscheinlich ebenso erhalten wie Verwandte, Arbeitskollegen und viele andere. In einem Land, in dem „Gesichtswahrung“ an erster Stelle steht, zeigt die Erfahrung, dass Verbrecher sozusagen „aufrecht beschämt” werden können.
Solche Enthüllungen bekommen noch zusätzlich Gewicht, wenn sie online gestellt und die die Welt da draußen in Kenntnis gesetzt wird. Obwohl es nicht einfach ist, solche Informationen aus China herauszubekommen, gelingt es dennoch, große Mengen davon zu verbreiten. Eine beachtliche Rolle spielt dabei die Website Fawanghuihui.org („Vast Net of Justice“- „Riesiges Netz der Gerechtigkeit“), die zu jedem beliebigen Zeitpunkt Profile von bis zu 51.000 „Übeltätern“ enthalten kann. Ein typischer Eintrag enthält den Namen der Behörde, die Arbeitseinheit, das Geschlecht, die Position und die Telefonnummer des Übeltäters.
Der letzte Teil – eine Telefonnummer – ist von entscheidender Bedeutung und steht im Zusammenhang mit einer anderen Basisbemühung von unglaublichem Ausmaß: mit Telefonanrufen. Da die Petitionsbüros für Falun Dafa geschlossen sind und es keine Möglichkeit gibt, Rechtsmittel einzulegen, mussten die Praktizierenden selbst zu einem Rechtssystem werden. Wenn Websites wie Fawanghuihui.org und Minghui.org als virtuelle Gerichte dienen, sind Telefonanrufe bei den Tätern ein Appell an ihr Gewissen. In ganz China und aus Ländern auf der ganzen Welt haben Praktizierende unzählige Anrufe an diejenigen gerichtet, die am unmittelbarsten für das Leid der Gruppe der Praktizierenden verantwortlich sind.
Aber wie sieht Hoffnung aus? In diesem Fall geht es nicht so sehr darum, jemanden „direkt zu beschämen“. Es beruht vielmehr auf den Prinzipien, welche die Praktizierenden von Falun Gong teilen. Die wichtigste davon ist, dass jeder Mensch, egal wie niederträchtig seine Handlungen sind, die Saat des Guten in sich trägt und aus diesem Grund geschätzt werden sollte. Das Ausstrecken der Hand wird als ein Akt der Barmherzigkeit angesehen; der Täter schadet letztlich sich selbst, wenn er anderen schadet. Viele beschreiben ihre Telefongespräche als Versuche, die „gute“ Seite des Täters zu “wecken”, an sein Gewissen zu rühren. Einige Beamte haben am Telefon offen erklärt: „Ich werde euch nie wieder etwas antun – ich habe mich geirrt.“
Da es für Falun Dafa in China keinen öffentlichen Raum gibt, weder einen physischen noch einen sozialen, werden solche erfolgreiche Bemühungen in virtuellen Räumen wie dem Internet geteilt. Keine Einrichtung ist hier von größerer Bedeutung als die Website Minghui.org. Die Website verbindet Gemeinschaften in China und auf der ganzen Welt und noch viel mehr. Sie produziert eine Reihe von Publikationen, die in China gedruckt und verteilt werden können. Auf einer der Webseiten sind die Teile und der Zusammenbau einer „Spruchbandschleuder“ dargestellt, mit der man ein Banner hoch oben in den Baumwipfeln oder über Telefondrähte schleudern und entfalten kann – weit außerhalb der Reichweite von Menschen.
Die tägliche Online- Veröffentlichung der Website ist inzwischen zu einer wahren Goldgrube an Informationen und Inspiration geworden. Berichte über die Verfolgung in China dokumentieren die Folter und weisen auf hilfsbedürftige Opfer hin; Berichte über Aktivitäten auf der ganzen Welt vermitteln Hoffnung und Aufmerksamkeit; Foren bieten einen Ort des Gedankenaustauschs; persönliche Geschichten berichten über die Entwicklung des Einzelnen durch das Praktizieren und seine Standhaftigkeit angesichts der Unterdrückung; und natürlich ermöglichen „feierliche Erklärungen“ denjenigen, die durch Folter und Gehirnwäsche gebrochen wurden, einen Neuanfang. An jedem x-beliebigen Tag kann die Website Mitteilungen von mehreren hundert Personen erhalten.
Das ist natürlich nicht so einfach, wie es klingt, denn Minghui.org und ähnliche Seiten sind in China verboten, und der bloße Besuch dieser Webseiten innerhalb Chinas – sollte es Ihnen denn überhaupt gelingen, die Internetblockade zu umgehen – könnte Gefängnisaufenthalt bedeuten.
Auch hier erweist sich die koordinierte internationale Anstrengung als entscheidend. Falun-Dafa-Praktizierende im Westen haben seit Beginn der Verfolgung akribisch daran gearbeitet, Internettechnologien zu entwickeln und einzusetzen, welche die Zensur des Regimes durchbrechen, und dabei erstaunliche Erfolge erzielt. Bedenken Sie Folgendes: Im Jahr 2005 wurden die von der Falun-Dafa-Software entsperrten Websites im Durchschnitt über 30 Millionen Mal pro Tag von chinesischen Nutzern aufgerufen. Websites wie Voice of America und Radio Free Asia sind durch diese Technologien für Chinesen zugänglich geworden, ebenso wie die unzensierten Versionen von Suchmaschinen wie Google. Keine andere Gruppe von Internet-Aktivisten hat es geschafft, auch nur annähernd so erfolgreich zu sein. Und das, obwohl fast alles aus eigener Kraft und auf freiwilliger Basis geschieht.
In der Tat kann „eine kleine Gruppe entschlossener Geister“, wenn sie „von einem unerschütterlichen Glauben an ihre Mission beseelt“ ist, den Lauf der Geschichte verändern. Gandhi hat das selbst erlebt.
Die Internet-Unterstützung ist jedoch nur eine von mehreren helfenden Händen aus dem Ausland. Man könnte fast sagen, dass die Falun-Dafa-Praktizierenden im Westen auf ihre eigene Art und Weise der Aufklärungsarbeit ihrer Kollegen auf dem chinesischen Festland entsprechen. Während zum Beispiel einige in China in Gefängnissen und Arbeitslagern anriefen, um mit misshandelnden Wärtern zu sprechen, führten auch Menschen außerhalb Chinas solche Anrufe durch. Bis 2005 wurden schätzungsweise 30 bis 40 Millionen Anrufe getätigt. Auch per Fax wurden die Telefonleitungen strapaziert, und die Anhänger im Ausland schickten durchschnittlich 300 000 Faxe pro Monat nach China. Ebenso wurden Informations-VCDs und verschiedene Publikationen nach China verschickt.
Zu den weiteren Bemühungen der ausländischen Gemeinschaft gehörten die starke Nutzung von Internet-Chatrooms sowie die Ausstrahlung von Radio- und Satellitenfernsehprogrammen nach China. Alles wiederum ohne finanzielle Gegenleistung und auf freiwilliger Basis. Das ist die Kraft des Glaubens.
Aus der Partei austreten

Nach fast einem Jahrzehnt der Brutalität, Demütigung und Entbehrung wegen ihres Glaubens haben Chinas-Falun-Gong-Praktizierende die Wirkungsweise des Verfolgungsapparats in aller Deutlichkeit vor Augen. Mit der Zeit wurde die Beurteilung der Lage präziser und weit weniger optimistisch.
Während ursprünglich bestimmte Schlüsselfiguren hinter dem schrecklichen Schlamassel identifiziert werden konnten (z. B. Jiang Zemin, Luo Gan und Li Lanqing) und viele Funktionäre eindeutig mit den eigenmächtigen Maßnahmen nicht einverstanden waren (z. B. Zhu Rongji), wurde diese Unterscheidung mit der Zeit immer unklarer; durch großen Druck und wiederholte Säuberungen wurden abweichende Meinungen in den Reihen der Partei nach und nach ausgemerzt und der Apparat verfestigt. Wer nicht zustimmte, riskierte seine Karriere. Diejenigen, die die Unterdrückung am energischsten durchführten, stiegen schnell in den Rängen auf, wobei die Anreize auf jeder Ebene des Systems an Gehorsam gebunden waren.
Das System der Kommunistischen Partei selbst, so wurde deutlich, war das Problem. “Es war nicht mehr zu reparieren”, sagt Erping Zhang, ein in New York ansässiger Sprecher von Falun Gong. “Es ist sinnlos, irgendeinen Teil zu ändern oder zu versuchen, ihn zu reparieren, wie etwa die Gerichte, wenn alles, von den Medien über das Bildungssystem bis hin zu den Arbeitslagern, von der Partei kontrolliert wird und der Partei dienen soll. Das Problem ist unvorstellbar systemisch.”
Zhao Ming, der im Pekinger Arbeitslager Tuanhe gefoltert wurde, schließt sich Zhangs Interpretation an. “Sie haben dies während der gesamten Geschichte der Volksrepublik China getan. Während der ‘Kulturrevolution’ haben sie alle traditionellen chinesischen Glaubensrichtungen, einschließlich Konfuzianismus, Buddhismus und Taoismus, zerstört und ausgelöscht. Kein Westler kann das verstehen. Ich würde sagen, dass man ihre Handlungen mit einem normalen Verstand nicht nachvollziehen kann.”
Für viele hat die Intensität der Grausamkeit und des Hasses, die ihnen von der Partei aufgezwungen wurden, wie bei Zhang und Zhao ein Umdenken ausgelöst. Ging es nur um Falun Gong? Oder hatte die Partei dies schon früher getan, und zwar in anderer Form?
Die Antwort fand sich in einer neunteiligen Kritik an der Kommunistischen Partei mit dem Titel “Neun Kommentare zur Kommunistischen Partei Chinas” oder kurz “Jiu-ping” (“Neun Kommentare”). Die Serie wurde von einer chinesischen Zeitung namens Dajiyuan (The Epoch Times) veröffentlicht, für die eine Reihe von Falun-Gong-Mitgliedern Beiträge verfasst. Innerhalb von nur einem Monat nach ihrer Veröffentlichung (November 2004) wurden wahre Schockwellen durch die Hallen der chinesischen Machthaber und das ganze Land geschickt. Zu diesem Zeitpunkt hatten Meng Weizai, der ehemalige Direktor des chinesischen Büros für Kunst und Literatur, und Huang Xiaoming, ein Olympiamedaillengewinner, erklärt, dass sie aus der Partei austreten würden. Bald darauf setzte eine Flut von Rücktritten ein, die durch offizielle Dementis der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua auf das Schärfste bestätigt wurden. Bald folgten weitere, ansonsten rätselhafte Maßnahmen der Partei, wie z. B. obligatorische Studiensitzungen und Kampagnen zur Stärkung der “Parteidisziplin” und zur “Bewahrung des Spitzencharakters” der Partei. War die Führung nervös? Das Interesse an den Kommentaren wurde dadurch nur noch mehr geweckt.
In kurzer Zeit sind die ursprünglich 100-200 täglichen Austritte aus der Partei auf Tausende angewachsen. An einem einzigen Tag im Sommer 2007 waren es beispielsweise 33.613 – im Juni 2007 waren es insgesamt 958.587. (Es sei darauf hingewiesen, dass sich der Begriff “Austritt” auf die Partei selbst und die beiden ihr angeschlossenen Organisationen – die Jugendliga und die Jungen Pioniere – bezieht, denen viele in China in jungen Jahren mit einem “Blutschwur” beitreten.)
Aber warum eine so dramatische Reaktion, und zwar von so vielen? Stephen Gregory, Redakteur bei der Epoch Times, erklärt: “Nach 55 Jahren der Lügen und des Terrors haben die Menschen in China nun die Chance, ihre wahre Geschichte zu erfahren. Zum ersten Mal können sie einander die enormen Verluste mitteilen, die sie unter der Kommunistischen Partei Chinas erlitten haben. Zum ersten Mal können sie aus dem kommunistischen Albtraum heraustreten und die Schönheit und Bedeutung der alten Zivilisation betrachten, an deren Zerstörung die Kommunistische Partei so hart gearbeitet hat.”
Effekte

Wenn auch Transparente nicht unbedingt ein guter Gradmesser sind, so zeigen sie doch die öffentliche Meinung des Volkes. Eine wachsende Zahl von Stimmen aus ganz China deutet darauf hin, dass alle Bemühungen der Falun-Dafa-Praktizierenden Wirkung haben, und zwar eine starke Wirkung.
Bereits im Jahr 2000 hatten prominente Persönlichkeiten Chinas damit begonnen, das Beispiel der gewaltlosen Bemühungen von Falun-Gong-Praktizierenden zu zitieren. Laut einem Reuters-Bericht vom September hatte der chinesische Dichter Huang Beiling „die Intellektuellen des Landes aufgefordert, dem Beispiel der Falun-Gong-Praktizierenden zu folgen und die Unterdrückung durch die Regierung durch weit verbreiteten zivilen Ungehorsam zu bekämpfen“. In dem Artikel wurde Huang mit den Worten zitiert: „Sie haben dies friedlich getan. Wenn sie geschlagen werden, schlagen sie nicht zurück. Die intellektuelle Gemeinschaft sollte das Gleiche tun.“
Liu Binyan, wird oft als „Gewissen Chinas“ bezeichnet.
Bis zu seinem Tod im Jahr 2005 war er einer der wichtigsten Journalisten des Landes. Er beschrieb die Falun-Gong-Praktizierenden als „beispiellos mutig“ und erklärte: „Diese Menschen haben darauf bestanden, ihre Rechte wahrzunehmen, obwohl sie genau wussten, dass sie verhaftet werden und einigen sogar der Tod drohen könnte. Diese Art von Haltung ist in der 50-jährigen Geschichte der VR China beispiellos“.
Die Bemühungen der Praktizierenden in China, mutig für ihre Rechte einzustehen, weckten eine Bewunderung, die es anfangs nicht gab. Nach einigen Jahren der Verfolgung wurden anlässlich des Neujahrsfestes beispielsweise Hunderte von Weihnachtsgrüßen an Lehrer Li Hongzhi im Internet veröffentlicht. Sie stammten nicht nur von Falun-Dafa-Praktizierenden, sondern auch von Unterstützern und Beobachtern, die sich durch das Verhalten der Praktizierenden inspirieren ließen.
Hu Ping, ein führender chinesischer Intellektueller und Autor, beschrieb das Auftreten der Falun-Dafa-Praktizierenden als „erstaunliche Leistung“ und bezeichnete eine seiner Hauptfiguren Liu Chengjun als „Falun-Gong-Held“ und „Märtyrer im Kampf für die Redefreiheit“.
Die Wirkung der Neun Kommentare war besonders sichtbar. Nehmen wir zum Beispiel den Aufruf von Gao Zhisheng, einem Christen und einem der prominentesten Anwälte Chinas. „Was die gewaltfreie Herbeiführung von Veränderungen betrifft, würde ich sagen, dass es den Falun-Gong-Praktizierenden gelungen ist, einen Weg zur Veränderung zu finden, der nicht zum Vergießen eines einzigen Tropfens Blut geführt hat. Dieser Ansatz besteht darin, die Menschen davon zu überzeugen, aus der bösartigen Partei auszutreten – einer Partei, die jede erdenkliche Untat auf dieser Welt begangen hat. Ich schlage ebenfalls vor, aus der Partei auszutreten und näher zu Gott zu kommen!“ Gao bezeichnete seinen Austritt aus der Partei als „den stolzesten Tag meines Lebens“.
Im Jahr 2005 gab es drei Überläufer aus China. Alle drei haben ihre Geschichte mit Falun Gong und ihren Sinneswandel öffentlich erzählt. Chen Yonglin zum Beispiel, der als Konsul für politische Angelegenheiten des chinesischen Generalkonsulats in Sydney tätig war, konnte seine Arbeit, welche größtenteils darin bestand, die örtlichen Falun-Gong-Praktizierenden auszuspionieren, nicht ausstehen.
Der Zweite, der nach Australien übersiedelte, ist Hao Fengjun. Er war Polizeibeamter in Chinas berüchtigtem Büro 610, das mit der Ausrottung der Falun-Gong-Gruppe beauftragt war.
Der dritte Überläufer, Han Guangsheng, tauchte in Kanada auf. Er war Chef des Justizbüros der Stadt Shenyang und beaufsichtigte Lager, in denen Falun-Gong-Praktizierende gefoltert wurden.
Jeder von ihnen hat sich mit einer Mischung aus Überzeugung und Bedauern öffentlich geäußert, wohl wissend um die Risiken eines öffentlichen Auftritts.
Alle drei haben erklärt, dass die Lektüre der Neun Kommentare den Ausschlag für ihre Entscheidung gegeben habe.
Während die Parteibehörden versuchten, die Wirkung der Neun Kommentare herunterzuspielen, taten sie das aus Angst und nicht aus Vertrauen. Bedenken wir Folgendes: Eine Studie der OpenNet Initiative aus dem Jahr 2005 – ein Gemeinschaftsprojekt von Instituten der Universität von Toronto, Harvard und Cambridge – ergab, dass 90 % der getesteten chinesischen Websites, die Verweise auf die Neun Kommentare enthielten, in China blockiert waren. Das war eine der drei höchsten Quoten, die in der Studie ermittelt wurden.
Die vielleicht dramatischste aller Kehrtwendungen ist die der großen Menge von Chinesen, die dazu gezwungen wurden, Falun-Gong-Anhänger zu misshandeln. Selbst chinesische Bürger – normale Bürger, die nicht Falun Gong praktizieren – schreiben „feierliche Erklärungen”, zur Veröffentlichung auf der Minghui-Website. In einem Beitrag nach dem anderen wird beschrieben, dass sie eingeschüchtert, genötigt und bedroht wurden, um gegen Falun Gong vorzugehen.
Ein Mann namens Feng beschrieb in einem bewegenden Bericht, wie die staatlichen Propagandasendungen im Fernsehen, in denen Falun Gong verteufelt wurde, ihn in Angst und Schrecken versetzten. Er fürchtete sich so sehr vor dem Falun-Gong-Buch in seinem Haus, dass er beschloss, es zu verbrennen. Kurze Zeit später wurde er schwer krank. Durch eine zufällige Begegnung mit einem Freund fiel ihm eine der Veröffentlichungen von Minghui.org in den Schoß, die Falun-Gong-Anhänger in China ausgedruckt hatten, nachdem sie durch eine Anti-Zensur-Softeware auf die Website zugegriffen hatten. Erst da wurde ihm klar, dass die Fernsehsendungen ihn auf Hass programmiert hatten, ebenso wie die staatlichen Zeitungen. „Falun Gong sollte nicht verfolgt werden“, betonte Feng in seiner Erklärung und gelobte Besserung. Er begann heimlich, „Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht sind gut“ – die Leitprinzipien von Falun Gong – zu rezitieren. Nur ein paar Tage später stellte er fest, dass „alle meine Beschwerden verschwunden waren!“ Feng beendete seinen Brief mit der Bitte um Vergebung.
Selbst diejenigen, die sich nicht geändert haben, haben diese wachsende Dynamik stillschweigend bestätigt. Sie scheinen zu ahnen, dass die Geschichte nicht auf ihrer Seite ist. Chen Yonglin hat beispielsweise angedeutet, dass viele hochrangige Parteifunktionäre begonnen haben, besorgt Familienmitglieder ins Ausland zu schicken. Jiang Zemin und Zeng Qinghong, die maßgeblich an der Inszenierung des Völkermords beteiligt waren, hatten laut Chen versucht, sich in Australien einen Einwanderungsstatus bescheinigen zu lassen – für sich selbst.
Einen weiteren Hinweis gab es 2005, als mehrere Quellen innerhalb Chinas von unwahrscheinlichen Befehlen innerhalb des staatlichen Sicherheitsapparats berichteten. Was war dieses Mal der Plan? Sie wollten mit der Vernichtung von Dokumenten im Zusammenhang mit der Anti-Falun-Gong-Kampagne beginnen. Dieser Schritt wurde als „Vertuschungsarbeit“ im Vorfeld einer erwarteten Kehrtwende in der Falun-Gong-Politik beschrieben.
Oder vielleicht eine noch größere Änderung in der politischen Herrschaft: Quellen in China zufolge gab die Parteizentrale der Provinz Heilongjiang am 25. März 2006 ein Rundschreiben heraus, in dem sie die Vernichtung aller geheimen Dokumente anordnete, die von den Zentral- oder Provinzbüros der Partei herausgegeben wurden. Diesmal ging es nicht nur um Falun Gong, sondern um kommunistische Operationen im weiteren Sinne.
Hat sich der Lauf der Geschichte also bereits geändert?
Hu Pings Einschätzung scheint vorausschauend gewesen zu sein. In einem Schreiben aus dem Jahr 2004 erklärte er: „Falun Gong kann nicht besiegt werden. Die kommunistische Regierung Chinas ist eines der mächtigsten und diktatorischsten politischen Regime der Welt. Fünf Jahre lang hat sie die gesamte Nation wie eine Maschine mobilisiert, um Falun Gong zu vernichten, aber es ist ihr nicht gelungen. Falun Gong hat seine Integrität während dieses beispiellosen und schrecklichen Prozesses aufrechterhalten.“
„Selbst die wenig Informierten haben keinen Zweifel daran, dass die Unterdrückung in einem totalen Misserfolg enden wird. Die Vitalität von Falun Gong darf nicht unterschätzt werden, und die Aussichten für die Zukunft sind glänzend.“
Aber wie sieht das für China aus? Wird der Wandel bedrohlich sein? Die Einschätzung von Hu ist beruhigend: „Falun Gong wird eine wichtige Rolle bei der Wiederbelebung der moralischen Werte in China spielen“.
Levi Browde ist geschäftsführender Direktor des Falun Dafa Information-Zentrums. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in New York City.

