Falun-Gong-Praktizierende an Übersiedlung nach Kanada gehindert – Gefahr der Abschiebung von Thailand nach China
Zhang Xinyan (張信燕), eine chinesische Falun-Gong-Praktizierende und vom Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) anerkannte Geflüchtete, wurde von thailändischen Behörden nur Augenblicke, bevor sie einen Flug nach Kanada antreten sollte, daran gehindert. Zuvor hatten die thailändischen Behörden ihre Übersiedlung bereits bewilligt. Sie befindet sich nun in Bangkok in Haft und ist nach Angaben von Personen, die mit ihrem Fall vertraut sind, in ernster Gefahr, zwangsweise nach China zurückgeschickt zu werden – das Land, dessen Verfolgung beide ihrer Eltern das Leben gekostet und sie in die Flucht getrieben hat.

Zhang, 55 Jahre alt, wurde in Huazhou in der Provinz Guangdong geboren und arbeitete als Englischlehrerin in Shenzhen. Sie begann 1997 mit der Ausübung von Falun Gong. Auch ihre Eltern waren Praktizierende; beide starben infolge der Verfolgung durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh).
Als Zhang 2011 heiratete, entzogen die Behörden in Shenzhen ihr wegen ihres Glaubens die Reiseerlaubnis und verweigerten ihr die Zusammenführung mit ihrem Ehemann in Hongkong. Nachdem eine Zusammenführung von den chinesischen Behörden nachhaltig verhindert wurde, scheiterte die Ehe. 2014 floh sie nach Thailand, wo das UNHCR sie 2016 als Flüchtling anerkannte (UNHCR-Flüchtlingszertifikat Nr. 815-14C02072).
Am 7. Mai 2026 nahmen thailändische Einwanderungsbeamte Zhang unter dem Vorwurf des illegalen Aufenthalts und unerlaubter Arbeit fest. Sie wurde im Haftzentrum für Einwanderung, Suan Phlu, in Bangkok untergebracht. In den folgenden Monaten genehmigte Kanada ihre Notübersiedlung aus humanitären Gründen gemäß Personen, die mit dem Fall vertraut sind. Ein Linienflug von Bangkok nach Vancouver war für den 8. Juli 2026 gebucht. Doch kurz vor dem Abflug hinderten thailändische Behörden sie am Boarding und brachten sie zurück in die Haft, wo sie sich weiterhin befindet.
Zhangs Fall erinnert an frühere Vorfälle, bei denen anerkannte Flüchtlinge trotz bestehender Übersiedlungsvereinbarungen von Thailand nach China zurückgeschickt wurden. 2015 wurden die beiden chinesischen Menschenrechtsaktivisten Dong Guangping und Jiang Yefei vor ihrer Abreise nach Kanada, wo ihnen die Neuansiedlung bewilligt worden war, gewaltsam aus Thailand nach China abgeschoben.
Zhang hat telefonisch mitgeteilt, dass sie eine bevorstehende Zwangsrückführung nach China befürchtet. Angesichts ihrer jahrzehntelangen Praxis von Falun Gong und der andauernden Verfolgung durch die KPCh in China bestehen starke Gründe zu der Annahme, dass sie nach einer Rückführung schwerer Verfolgung ausgesetzt würde.
Zhang Xinyan hat bereits beide Eltern durch die Verfolgung verloren und musste mit ansehen, wie ihre Ehe allein wegen ihres Glaubens zerstört wurde. Sie jetzt nach China zurückzuschicken, hieße, sie demselben Regime auszuliefern, das ihre Familie zerrüttet hat.
Das Falun Dafa Informationszentrum fordert das deutsche Außenministerium, die kanadische Regierung und die Vereinten Nationen auf, die thailändische Regierung unverzüglich unter Druck zu setzen, jegliche Abschiebung von Frau Zhang zu stoppen und ihr die sichere Ausreise nach Kanada im Rahmen der bereits bewilligten Übersiedlung zu ermöglichen. Wir fordern Thailand auf, seinen Verpflichtungen gemäß dem Non-Refoulement-Prinzip nachzukommen!







