Rede: René Domke MdL über den Jahrestag der Verfolgung der Falun Gong

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist mir ein ernstes und persönliches Anliegen, heute einige Worte an Sie zu richten

– anlässlich eines traurigen Jahrestages:

Seit nunmehr 26 Jahren werden Falun Gong-Praktizierende in China 
systematisch verfolgt

– einzig und allein, weil sie an eine spirituelle Praxis glauben,
die auf Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht beruht.

Was friedlich ist, wird zur Bedrohung erklärt.

Was verbindet, wird mit Gewalt unterdrückt.
Was Menschen aufrichtet, soll gebrochen werden.

Als Mensch, der Freiheit nicht nur als politischen Wert, sondern als Grundrecht jedes Einzelnen versteht,
erfüllt mich das mit tiefer Bestürzung.

Und als liberaler Abgeordneter sage ich klar:
Diese Verfolgung ist ein Angriff auf die Menschenwürde – und damit auf die universellen Rechte,
die jedem Menschen zustehen.

Die Gewalt, die Falun Gong-Praktizierende erleiden, ist kaum in Worte zu fassen.
Willkürliche Inhaftierungen,psychische und körperliche Folter,

Zwangsarbeit und der unfassbare Vorwurf,
Menschen zur Organentnahme zu missbrauchen
– all das sind grausame Realitäten, die bis heute andauern.

Es ist unsere Pflicht, nicht wegzusehen.
Es ist unsere Verantwortung, das Unrecht beim Namen zu nennen. Und es ist unsere Aufgabe,
denjenigen eine Stimme zu geben, denen man ihre Stimme genommen hat.

Die Freiheit des Glaubens, der Überzeugung, der Gedanken – sie ist kein Privileg.
Sie ist ein Menschenrecht.
Und wer dieses Recht verletzt,
gehört international zur Rechenschaft gezogen.

Ich begrüße ausdrücklich, dass das Europäische Parlament und auch das US-Repräsentantenhaussich in
klarer Sprache gegen diese Verbrechen positionieren. Es braucht diesen Druck. Es braucht dieses Mitgefühl.

Und es braucht den unermüdlichen Einsatz zivilgesellschaftlicher Organisationen, wie auch heute hier, damit das Schicksal der Falun Gong-Praktizierenden nicht in Vergessenheit gerät.

Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien – und bei allen, die sich friedlich für Gerechtigkeit einsetzen.
Ich danke Ihnen, dass Sie erinnern.
Ich danke Ihnen, dass Sie mahnen.

Und ich danke Ihnen, dass Sie nicht aufhören, für eine Welt einzustehen, in der Freiheit, Menschenwürde und Menschlichkeit keine hohlen Worte sind – sondern gelebte Wirklichkeit.

René Domke, MdL

FDP im Landtag Mecklenburg-Vorpommern