In Deutschland lebende Falun-Gong-Praktizierende wird während einer Kundgebung in Athen bedroht, „bei der chinesischen Botschaft gemeldet zu werden“

Eine Chinesin fotografierte am 9. Oktober 2026 wiederholt eine Falun-Gong1-Praktizierende bei einer Kundgebung im Zentrum von Athen und drohte damit, die Bilder an die chinesische Botschaft zu schicken. Sie drohte der friedlichen Falun-Gong-Praktizierenden – der aus China stammenden und in Deutschland lebenden Frau Teng –, dass Teng nie wieder nach China zurückkehren könne.

Griechische Polizeibeamte, die die Veranstaltung sicherten, griffen ein und forderten die Frau auf, die Fotos zu löschen. Sie weigerte sich, konnte aber zumindest dazu gebracht werden, den Ort zu verlassen.

Das Falun-Dafa-Informationszentrum dankt der griechischen Polizei dafür, dass sie zum Schutz des Rechts der Praktizierenden auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit eingegriffen hat. Die Drohung, Menschen in freien Ländern bei der chinesischen Botschaft zu melden oder mit Konsequenzen in China zu drohen, kommt einem Export der Verfolgung durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) gleich. Solches Verhalten hat weder auf den Straßen Europas noch anderswo in der Welt einen Platz.

Der Vorfall ereignete sich während einer zweitägigen Veranstaltung, bei der Praktizierende aus ganz Europa zusammen mit der Tian Guo Marching Band an vier Paraden durch das Zentrum von Athen teilnahmen und ein Ende der Verfolgung von Falun Gong durch die KPCh forderten.

Ein wiederkehrendes Muster

Der Vorfall in Athen ist der jüngste in einer Reihe von Konfrontationen, die sich gegen Falun-Gong-Praktizierende richten, die im Ausland in öffentlichen Räumen auf die Verfolgung aufmerksam machen.

Ende Februar 2026 wurden innerhalb von vier Tagen zwei weibliche Praktizierende an Informationsständen in New York City und London angegriffen. In einem Brief als Reaktion auf den Angriff in London vor dem British Museum schrieb der britische Sicherheitsminister Dan Jarvis, dass „jedes von einem ausländischen Staat gesteuerte Verbrechen gegen eine Person im Vereinigten Königreich niemals toleriert werden wird“. Am 22. September drohte ein Mann vor dem chinesischen Konsulat in Toronto, eine Praktizierende erschießen zu lassen, nachdem er in einem Wutausbruch ihren zur Aufklärung über die Menschenrechtsverstöße aufgestellten Informationsstand zerstört hatte.

Zwischen März 2024 und Mai 2026 dokumentierte das Falun-Dafa-Informationszentrum insgesamt 388 Vorfälle transnationaler Repression gegen Falun Gong in 25 Ländern, gemäß einer schriftlichen Aussage vor der US-amerikanischen Congressional-Executive Commission on China.

In seiner Untersuchung „China Targets“ von 2025 stellte das International Consortium of Investigative Journalists fest, dass die Hälfte von 105 befragten Zielpersonen angab, Verwandte in China seien von Polizei oder Staatssicherheitsbeamten eingeschüchtert und verhört worden – regelmäßig innerhalb weniger Stunden nach ihrer Teilnahme an Protesten oder öffentlichen Veranstaltungen im Ausland.

Aufruf zum Handeln

Das Falun-Dafa-Informationszentrum fordert:

•  die griechische Polizei auf, den Vorfall vom 9. Oktober zu dokumentieren, etwaige Aufzeichnungen über die Identität und Fotos der Frau aufzubewahren und weiterhin das Recht der Praktizierenden zu schützen, sich zu versammeln und frei zu sprechen;

•  das griechische Außenministerium auf, gegenüber der chinesischen Botschaft in Athen zu protestieren und deutlich zu machen, dass Einschüchterungen auf griechischem Boden nicht toleriert werden;

•  die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten auf, Drohungen dieser Art als transnationale Repression zu bewerten und den Schutz der Betroffenen zu stärken;

•  die Öffentlichkeit und die Medien auf, über den Vorfall zu berichten und die bedrohten Praktizierenden zu unterstützen.

1Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und hat sich rasant verbreitet. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Falun-Dafa-Praktizierenden.

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